Aspirinintoleranz-Unverträglichkeit

Eine Aspirinintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Acetylsalicylsäure. Obwohl kaum bekannt, leiden ca. 2% aller Bundesbürger unter einer Aspirin Unverträglichkeit. Der Wirkstoff  Acetylsalicylsäure  ist allerding in weitaus mehr Medikamenten vertreten, als nur im bekannten Aspirin. Auch der Markenname ASS, steht für das Medikament Acetylsalicylsäure.

Hinzu kommt, dass diverse Geschmacksverstärker der „E“ Klasse diesen Stoff enthalten. Dich auch in der Natur, das heißt in diversen ökologischen Lebensmitteln, kommt Acetylsalicylsäure, der Hauptbestandteil von Aspirin und ASS vor. Die Betroffenen sind dementsprechend nicht einfach dadurch zu behandeln, dass Ihnen von der Einnahme dieser Medikamente angeraten wird. Stattdessen muss ein genauer Ernährungsplan erstellt werden, der alle Acetylsalicylsäure haltigen Lebensmittel ausschließt.

Aspirin Unverträglichkeit – Risikogruppen

Insbesondere Asthmatiker und Heuschnupfen-, oder Hausstaub-Allergiker sind überdurchschnittlich oft von der Aspirin Unverträglichkeit, in FachkreisenAcetylsalicylsäure-Intoleranz genannt, betroffen. Es kommt bei allen an dieser Intoleranz leidenden Patienten zu ganzjährigen Symptomen, die denen einer Kombination aus Asthma und Neurodermitis ähneln. Bei den Asthmatikern wurden in klinischen Tests die Aspirin Unverträglichkeit von 9-44% der Untersuchten festgestellt. Im Mittel sind das immerhin circa 20%, was, auf die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik umgerechnet, circa 1-2% der Population bedeutet.

Symptome der Aspirin Unverträglichkeit

Das Krankheitsbild zeigt sich im Befall der Haut, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Bildung von Polypen. Kommt es zur Einnahme größerer Mengen an Acetylsalicylsäure, erleiden einige Patienten gar einen Asthmaschock, in jedem Falle aber, verdichtet sich die Nase. Das heißt, die Nasenschleimhäute schwellen an und es kommt zum Sekretstau in den Nasennebenhöhlen. Daraus resultiert die Polypenbildung. Vergleichbar sind die Symptome der Acetylsalicylsäure Intoleranz auch mit denen einer Rhinitis, Sinusitis oder des bronchialen Asthmas. In einigen Fällen kann die Aspirin Unverträglichkeit auch Auslöser für diese Erkrankungen sein, beziehungsweise zu erhöhtem Krankheitsrisiko führen.

Diagnose der Aspirin Unverträglichkeit

Mittels einer Endoskopie wird bei den meisten, immerhin bis zu 80% aller Betroffenen, die Bildung von Nasenpolypen festgestellt. Diese können bereits als Hinweis gewertet werden. Die klassischen Symptome wie Hautausschlag und asthmatische Anfälle, deuten, wenn Sie in Kombination auftreten schon deutlicher auf eine Aspirin Unverträglichkeit hin.

Um eine genaue Diagnose zu stellen, bedarf es allerdings eines Bluttests, der nach einer Provokation mit Acetylsalicylsäure, also der Einnahme des Medikaments, ein gewisses Protein vermehrt im Blut erkennen lässt. Das Prtotein ist jedoch nicht beweisend für eine Aspririn – Intoleranz vielmehr sind es die Symptome, die bei der Provokation auftreten. Aus diesem Grund werden diese Tests stets  unter stationären Bedingungen durchgeführt.   Möglich sind die orale, nasale und bronchiale Provokation. Die Dosis wird in manchen Kliniken innerhalb von 3 Tagen auf 300 mg  gesteigert.

Therapie der Aspirin Unverträglichkeit

Zur Therapie der Aspirin Unverträglichkeit gibt es nur eine Möglichkeit. Die so genannte ASS-Desaktivierung. Bei dieser wir der Patient zunächst wie oben Beschrieben innerhalb weniger Tage auf eine Erhaltungsdosis gebracht, die er dann sein ganzes Leben, täglich einnehmen soll. Einzige Alternative dazu ist ein genauer Speiseplan, der mögliche Acetylsalicylsäure Quellen ausschließt.

Welche Nahrungsmittel können bei Aspirinintoleranz eingenommen werden, welche soll man meiden?

Erlaubte Nahrungsmittel: 

Generell gilt: frische Nahrungsmittel sind besser als abgepackte, konservierte, Pulver oder Konservendosen! Bei Obst sollte man besonders achtsam sein.

Fleisch: Fleisch, Fisch, Geflügel, Käse, Milch,

Gemüse: als Kartoffelersatz: Reis, Nudeln, Mais, Bohnen, Karotten, Pop-Corn. Butter, Margarine, Mayonnaise, Oliven, Nüsse, Gemüse: Artischocken, Spargel, grüner Kohl, Broccoli, Rote Beete, Kohlsprossen, Kohl, Karotten, Blumenkohl, Sellerie, Kresse, Kohlrüben, grüner Salat, Schnittlauch, Petersilie, Zwiebel, Knoblauch, Radieschen, Kürbis, Sauerkraut, Spinat, nur frische Kartoffeln in geringen Mengen,

Backwaren: Backwaren alle Mehlsorten, Haferflocken, Mais, Maizena, Reis, Brot, Backwaren ohne Backpulver oder Rosinen

Milch und Milchprodukte: Milch, Sahne, Buttermilch, Joghurt natur. Alle nicht in Scheiben abgepackten Käsesorten.

Getränke: Wasser, Coca Cola, Tee ( außer Minzen und Kamillentee ), Tee, Kaffee, Mineralwasser, Orangensaft (selbst ausgepresst). Sherry, Gin, Brandy.. Pilze, Salz, naturreiner, nicht aromatisierter Essig.

Verboten:

Kartoffeln in Massen, Kamillentee, Kaugummi und Minzen, Mandeln, Pfeffer, Zimt, Kartoffelbrei-, Klöße etc. aus Fertigprodukten. In Büchsen z.B. Erbsen, Rhabarber, Tomatenpaste, Ketchup

Backwaren: Fertige Teigwaren, Backwaren mit Backpulver oder Rosinen, Kuchen und Patisserien, Corn-Flakes, Pudding, geschnitten abgepacktes Brot.

Fette: Alle Margarinen, kommerzielle Mayonnaise und Salatsoßen

zahlreiche Obst- und Gemüsesorten wie: Gurken, Erbsen, Äpfel, Tomaten, Aprikosen, Kirschen, Grapefruit, Weintrauben, Rosinen, Zitronen, Melonen, Pfirsiche, Brombeeren,  Stachelbeeren, Heidelbeeren, Bananen, Rhabarber, Rotwein, Bier, Weißwein, Essig.

Getränke: Limonaden, Tonic, kommerzielle Fruchtsäfte. Alle anderen alkoholischen Getränke einschl. Bier und Rotwein.