Behandlung

Schmerzmittel

Bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung sollten sie lediglich bei Schmerzen eingenommen werden. Die gängigen Mittel wirken natürlich auch gegen entzündliche Geschehen und abschwellend. Sie konnten jedoch diese Wirkung bei der akuten Sinusitis nicht beweisen. Hierfür stehen neben Paracetamol auch Diclofenac und Ibuprofen zur Verfügung. Bei mäßig bist starken Schmerzen können diese – wenn keine Allergie besteht – unbedenklich genommen werden. Auf keinen Fall sollte Aspirin in irgendeiner Form genommen werden. Wegen des gerinnungshemmenden Effektes von ASS und einer eventuellen Komplikation der Sinusitis, die eine Operation nach sich ziehen kann, sollte darauf verzichtet werden.

Antibiotika bei akuter Sinusititis

Eine banale Rhinosinusitis heilt meist ohne Antibiotika innerhalb weniger Tage ab. Viele von ihnen werden durch Viren verursacht und gegen Viren wirken Antibiotika bekanntlich nicht. Wenn die Beschwerden schlimmer werden, Fieber hinzukommt oder länger als eine Woche gleichbleibend sind, dann ist eine richtig abgestimmte Therapie mit einem Antibiotikum einzuleiten.

Durch eine adäquate Antibiotika – Therapie können Komplikationen und Operationen vermieden werden.

Wann sollte bei einer akuten Nebenhöhlenentzündung eine Therapie mit einem Antibiotikum erfolgen?

  • Starke Beschwerden
  • Fieber > 38,5 ° Celsius
  • Verstärkung der Beschwerden im Laufe der Erkrankung
  • Drohende Komplikation
  • Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen
  • Patienten mit Immunschwäche / Diabetes Mellitus

Welches Antibiotikum sollte verwendet werden?

Mittel der Wahl ist und bleibt : Amoxicillin

Alternative bei Unverträglichkeiten oder Allergie:

  • Cotrimoxazol
  • Clindamycin
  • erst dann: Makrolid-Antibiotika wie Roxithromycin oder Clarithromycin

Bei schweren Fällen / drohenden Komplikationen:

  • Aminopenicillin + beta-Lactamase-Inhibitor (z.B. Amoxi-Clavulan)
  • Cephalosporine der Generation 3a (z.B. Cefotaxim)
  • Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin

Antibiotika bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung

Die Beurteilung der Effektivität einer Antibiotika-Therapie bei einer chronischen Sinusitis ist weitaus schwieriger als bei der akuten Form. Sicherlich sollte eine akute Verschlechterung einer chronischen Sinusitis antbiotisch behandelt werden. Hierbei zählen die gleichen Kriterien wie bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung.

Viel wichtiger sind hierbei jedoch vorbeugende Maßnahmen, damit eine akute Verschlechterung der chronischen Sinusitis erst gar nicht auftaucht. Generell gilt jedoch bei einer akuten Infektion bei bekannter chronischer Sinusitis die Antibiotika bei Beschwerdefreiheit noch 7-8 Tage länger zu nehmen um ein Rezidiv zu vermeiden. Einige Studien zeigen auch einen positiven Effekt bei Dauereinnahme einer bestimmten Antibiotikagruppe.

Das Mittel der Wahl sind bei dieser Entzündung:

  • Aminopenicillin + beta-Lactamase-Inhibitor (z.B. Amoxi-Clavulan 875/125 mg)
  • Cephalosporine der Generation 2 (z.B. Cefuroxim)

Alternative bei Unverträglichkeiten oder Allergie:

  • Cotrimoxazol
  • Clindamycin

 

Abschwellende Nasensprays (z.B. Otriven(R) oder Olynth (R)):

Abschwellende Maßnahmen in der Nase sind ein wesentliches Ziel in der Behandlung der Rhinosinusitis. Betroffene berichten über eine Verbesserung der Symptome. Der Sinn besteht darin – auch wenn man subjektive noch gut Luft bekommt – dass die Eingänge zu den Nebenhöhlen wieder frei werden. Nasensprays sollten aber nicht länger als 7-10 Tage eingenommen werden, da es sonst zu einer Gewöhnung kommen kann. Mitunter kann eine richtige Nasenspray Sucht entstehen.

Kortisonhaltige Nasensprays

Neue Forschungsergebnisse haben erwiesen, dass kortisonhaltige Nasensprays über 5 Tage angewendet genau so gut wirken ,wie ein Antibiotikum. Je nach Hersteller und Produkt unterscheidet sich die tägliche Dosierung. Bei einem akuten Infekt kann somit die Behandlung mit einem kortisonhaltigen Nasenspray die Krankheitsdauer erheblich verkürzen.

Bei der chronischen Rhinosinusitis (Sinusitis, Nasennebenhöhlenentzündung)  mit oder ohne Polypen gehören sie mit zur Therapie. Die Rezidivrate wird verringert und Nasenpolypen können sich zurückbilden. Nach einer Operation der Nasennebenhöhlen ist es manchmal notwendig kortisonhaltige Nasensprays über mehrere Monaten einzunehmen. Auch hier werden Frührezidive effektiv vermieden.

Nasenpolypen: 

Gelegentlich kommt es vor, dass man Nasenpolypen aufgrund des Alters des Patienten oder sonstigen Gründen nicht operieren kann oder sollte. Hier empfiehlt sich ebenfalls der Versuch der Behandlung mit einem kortisonhaltigen Nasenspray über Wochen oder Monate.

Keine Angst vor kortisonhaltigen Nasensprays!

Sie wirken nur in der Nase und werden praktisch nicht verstoffwechselt. Alle bekannten Nebenwirkungen der systemischen Kortisontherapie sind nahezu nicht zu erwarten. Lediglich beim grünen Star ist Vorsicht geboten!

Die Operation der Nasennebenhöhlen

Eine operative Behandlung der akuten und chronischen Sinusitis (Rhinosinusitis, Nasennebenhöhlenentzündung) ist immer dann sinnvoll, wenn es keine konservative Behandlungsmöglichkeiten mehr gibt. Gerade bei einer chronischen Sinusitis existieren keine großartigen alternativer zur Operation.

Eine akute Rhinosinusitis oder akute Nasennebenhöhlenentzündung sollte bei drohenden Komplikationen oder bei ausbleibender Besserung auf hochdosierte antibiotische Behandlung ebenfalls operiert werden. Gelegentlich hilft dabei sogar eine Punktion in lokaler Betäubung. Wenn der Eiter aus der Kieferhöhle abgelassen wurde, dann stehen die Chancen zur Heilung bedeutend besser.

Wie bereits erwähnt, haben wir bei der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung kaum Alternativen zur Operation. Gerade wenn die Ursache anatomisch bedingt ist, wie durch eine Septumdeviation und/oder Muschelhyperplasie haben wir keine andere Möglichkeit zur Operation.

Diese wird in Vollnarkose durchgeführt und der Krankenhausaufenthalt dauert nur noch 2-3 Tage. Auf der Arbeit fällt man je nach Tätigkeit zwischen 2 und 3 Wochen aus.

Die Operation dauert je nach betroffenen Nebenhöhlen 30 bis 60 Minuten und wird heutzutage unter endoskopischer und mikroskopischer Sicht durchgeführt.

Nach der Operation berichten die wenigsten von ausgeprägten Schmerzen. Natürlich ist ein Eingriff im Gesicht, besonders in der Nase unangenehm, aber bereits nach 2 Wochen können sie wieder frei durchatmen und bekommen wieder richtig gut Luft durch die Nase! Bis eine Nase jedoch komplett verheilt ist, können 6-9 Monate ins Land gehen.

Viele Betroffene fürchten die Tamponade nach der Operation. Mit neuesten Techniken müssen auch die Tamponaden nicht mehr gefürchtet werden. Es gibt spezielle „Röhrchen“ die das Atmen mit Tamponade erlauben und neueste Tamponaden sind nur noch ein Gel, welches am nächsten Tag einfach abgesaugt wird. Dieses Argument zieht also auch nicht mehr 😉

Nach der Operation muss die Nase besonders gepflegt werden. Sie werden sich über 2-3 Wochen regelmäßig ambulant bei ihrem HNO Arzt vorstellen und er wird Borken und Sekret entfernen.

Sollte man unter einer Allergie oder sogar unter einer Aspirinintoleranz leiden, dann muss diese auch behandelt werden. Sonst sind Rezidive nicht ausgeschlossen.

Gute Besserung!