Helfen Antibiotika bei einer chronischen Sinusitis?

Eine chronische Rhinosinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung, Sinusitis) ist für den Betroffenen eine sehr ernste Angelegenheit. Viele haben bereits eine Operation hinter sich oder ihnen steht in der nächsten Zeit eine bevor. Und dann hört man von Bekannten und Verwandten immer, dass eine Operation nichts bringen würde.

Diese Nachrichten im Hinterkopf, sucht man verzweifelt nach Alternativen zur Operation. Da liegt doch die Frage nahe: Wenn die chronische Rhinosinusitis eine Entzündung ist, helfen dann nicht Antibiotika?

Absolut kein Zweifel hat die Wissenschaft, dass bakterielle Erreger für die chronische Nasennebenhöhlenentzündung eine Bedeutung für deren Entwicklung haben. Wir denken besonders an Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis und Streptococcus pyogenes.

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist bei Einsetzen von Fieber über 38,5 Grad Celsius, ausbleibender Besserung oder drohenden Komplikationen die Indikation für eine Behandlung mit einem Antibiotikum gegeben. Mittel der Wahl ist Amoxicillin. Bei Penicillinallergie sollte man Clindamycin oder Cotrim nehmen.

Der Einsatz eines Antibiotikums bei der chronischen Sinusitis ist aber in der Wissenschaft sehr umstritten. Es existieren zwar Hinweise, dass Antibiotika nützen könnten, allerdings sind bis heute keine großen Studien durchgeführt worden, die das zwingend bestätigen. In Einzelfällen kann dies bei Versagen jeder anderen Therapie aber nützlich sein.

Das einzige, was bewiesener Maßen Erfolg verspricht, ist die Behandlung mit kortisonhaltigen Nasensprays. Diese kann man über eine längere Zeit einnehmen. Viele Betroffene müssen sie sogar über Jahre hinweg einnehmen.

Damit bei der Behandlung nicht die Nasenschleimhaut austrocknet, sollte man die Nasenschleimhaut intensiv Pflegen. Dafür stehen verschiedenste Präparate zur Verfügung.

Fazit:

Eine antibiotische Behandlung ist bei einer schwerden, akuten Rhinosinusitis durchaus sinnvoll. Eine Dauerbehandlung mit einem Antibiotikum bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ist – wenn überhaupt – nur im Einzelfall nützlich. Bei der chronischen Sinusitis zeigen kortisonhaltige Nasentropfen einen positiven Infekt. Dabei sollte man die Nasenpflege nicht vergessen!

Quelle:

Chronische Rhinosinusitis
Komplex und vielschichtig
G .  G r e v e  r
HNO-NACHRICHTEN 4·2004